Projekt „Deutsche Alltags Akademie“ abgeschlossen

Nach 9 Monaten ist unser erstes „Langzeitprojekt“ erfolgreich zu Ende gegangen.
Hier eine kurze Zusammenfassung der Projektstruktur und des Verlaufs.
Die Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Rheine ergab sich eher spontan, als
die Vorjahres-Teilnehmer „Deutschen Alltags Akademie“ zusätzliche Sprachübungen benötigten. Diese konnten wir im Rahmen unserer Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe anbieten.
Daraus entstand die Idee, eine größere feste Gruppe über einen längeren Zeitraum zu betreuen.
Wir haben ein Konzept ausgearbeitet und einen Antrag auf Förderung bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück gestellt.
Die Freude war groß, als wir dann einen Förderbescheid i.H.v. 10.000 Euro erhielten.
Daraufhin konnte im Oktober 2016 der Startschuss gegeben werden.
Mit Unterstützung der Fachstelle für Migration und Integration der Stadt Rheine wurden schnell die Teilnehmer gefunden.
Sie sind zwischen 18 und 30 Jahren alt und stammen überwiegend aus Afghanistan, aber auch aus dem Iran, aus Mali und aus Syrien.
Alle sind allein reisend und kamen daher ohne ihre Familien zu uns.
Wir wollten mit ihnen die Zeit des Wartens während der Anerkennungsverfahren nutzen. Sie sollten menschlich angemessen angesprochen werden und unsere Gebräuche und Sitten kennenlernen. Weiterhin sollten sie Sprachpraxis und Kontakt zu den Bürgern in Rheine bekommen.
Die unterschiedlichen Veranstaltungen vermittelten Zeitrhythmus, Verbindlichkeit von Terminen und boten ein soziales Umfeld.
Das Konzept zielte auf intensive Besuchstermine, in denen Institutionen und die Personen, die dahinter stehen, vorgestellt wurden.
Immer am Dienstagnachmittag gab es insgesamt 45 Termine, an denen Besuche bei der Stadtverwaltung, der Kläranlage, der Firma apetito, des Wasserwerkes, einer Kirche, des Amtsgerichts, eines Krankenhauses, des TAT und viele andere stattfanden.
Dabei gaben z.B. der Bürgermeister, Geschäftsführer und Vorsitzende von Vereinen einen Einblick in ihr Thema, erklärten ihre Arbeit praxisnah und sprachen über ihren Alltag.

In den begleitenden Sprachübungen, die dreimal wöchentlich durch Ehrenamtliche unseres Vereins vorbereitet und durchgeführt wurden, wurden die Themen vertieft, die Vokabeln gelernt und die Inhalte besprochen.
Hier wurde mit dem „Hamburger ABC“ gearbeitet. Diese Unterlagen erhielt jeder Teilnehmer. Sie bauen aufeinander auf und entsprechen den unterschiedlichen Anforderungen. Auch sind sie in Kleingruppen und zum Selbststudium einsetzbar.
Am Wochenende fand zusätzlich einmal im Monat eine Freizeitveranstaltung oder ein Ausflug statt. Diese stärkten die Gruppenidentität und gaben Gelegenheit, mit den Freunden Deutsch zu sprechen. Außerdem lernten die Teilnehmer die kulturellen Schönheiten und Besonderheiten der Region kennen. Es wurden u.a. das LWL-Museum in Münster, der Markt in Enschede, das Kloster Bentlage und auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück besucht.
Das Geld der Stiftung war gut investiert.
Wir konnten damit die Bücher und Lernhilfen bezahlen und qualifizierte Dolmetscher einsetzen. Außerdem waren damit die Transportkosten für die Exkursionen der Teilnehmer abgedeckt.
Alle Beteiligten aus der Flüchtlingshilfe und dem Rotary Club haben ihre Leistungen ehrenamtlich erbracht.
Mit dem Projekt hat sich eine gute und effektive Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen eingestellt.
Am Dienstag, 25.08.17 fand dann im Rahmen eines Abendessens im Stadtparkrestaurant eine feierliche Abschlussveranstaltung statt.
Der Rotary Club Rheine hatte zum Essen eingeladen und die Teilnehmer und ihre Partner nahmen mit insgesamt 30 Personen teil. Weiterhin waren viele Mitglieder des Rotary Clubs, Vertreter der Stadt Rheine, des Caritasverbandes und natürlich unseres Vereins anwesend.
Stellvertretender Bürgermeister Udo Bonk würdigte die Arbeit und dankte für das Engagement. Projekte dieser Art haben nach seinen Worten eine besondere Bedeutung für die Integration der Geflüchteten in die lokale Gemeinschaft.
Zwei jugendliche Teilnehmer erklärten beispielhaft, dass ihnen dieses Programm sehr geholfen habe, sich in Rheine zu orientieren. Sie wollen weiterhin die deutsche Sprache erlernen und in der Integration fortfahren. In anregenden Gesprächen an den verschiedenen Tischen stellten die Gäste fest, wie gut sich die Teilnehmer des Projektes schon in unserer Sprache ausdrücken können.
Die Teilnehmer erhielten Urkunden, eine Dokumentation und ein kleines Geschenk für ihre Mitarbeit.
Hervorzuheben ist das Engagement von Andrea Hey und Kirsten Günther, die die Unterrichte vorbereitet und durchgeführt haben. Weiterhin waren Sherin Hodroj und Nadine Benning im Unterricht dabei und haben zusätzlich noch jede Veranstaltung begleitet.
Ein großer Dank auch an unsere Dolmetscher Salam Hodroj und Mahmoud Rahel!

Und last but not least gilt unser besonderer Dank Herrn Dr. Ernst Kratzsch.
Er hat das Konzept ausgefeilt, jeden Dienstagstermin und jeden Wochenendausflug geplant und begleitet, immer wieder WhatsApp und SMS geschrieben und, und, und….
Ohne ihn wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.

Und ganz zum Schluss gab es dann noch eine dicke Überraschung für uns:
Mechtild Sunderdieck von Inner Wheel ergriff als ehemalige Districtpräsidentin das Wort. Sie hatte bei den Besuchen der Clubs im District viele Projekte kennengelernt und Spenden für ein eigenes Projekt, dass das Erlernen der Sprache fördern sollte, gesammelt. „Ich möchte dankbar diese Mittel an diejenigen weitergeben, denen das Wohl der Geflüchteten am Herzen liegt und denen wir für ihren beständigen Einsatz danken wollen“ sagte sie. Sie überreichte unserem Verein einen Scheck i.H.v. 4000 Euro, weil sich der Verein vor Ort in Rheine „beispielhaft in der Integrationsarbeit auszeichne“. Auch hierfür ein ganz dickes Dankeschön!

Die Dokumentation des gesamten Projekts finden sie hier:
Abschlussbericht als PDF

 

 

Gefördert duch

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