Workshop für geflüchtete Frauen zum Thema Gesundheit

Mit dem Angebot unseres Workshops für Migrantinnen zum Thema Frauengesundheit hatten wir an einem Samstag Anfang März voll ins Schwarze getroffen. Gut 30 Frauen waren unserer Einladung ins Kolpinghaus an der Neuenkirchener Straße gefolgt. Interessiert verfolgten sie die Vorträge von Frauenärztin Dr. Elisabeth Heywinkel über Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerenberatung und Empfängsnisverhütung, sowie die Möglichkeiten der Unterstützung in Problem- oder Konfliktfällen, die Maria Bögge vom Donum vitae Kreisverband Steinfurt erläuterte.
Nach der Mittagspause stand llka Schraeder, bis Ende Januar Grundschullehrerin an der Edith-Stein-Schule, Rede und Antwort zu den Themenschwerpunkten Sexualkundeunterricht und Idee und Einfluss der Klassenpflegschaft. Sie appellierte eindringlich an die Mütter, ihre Kinder bei den Hausaufgaben und dem Lesen üben zu unterstützen und sich auch in der Schule im Sinne ihrer Kinder einzubringen und mitzuarbeiten. “Niemand muss Angst vor Lehrern haben” war eine klare Ansage an die Mütter.

Die Migrantinnen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren, die seit zwei bis drei Jahren in Rheine leben, nutzten die Möglichkeiten, den Referentinnen die sprichwörtlichen Löcher in den Bauch zu fragen. Petra Gaasbeek, Vorsitzende unseres Vereins, war am Ende hochzufrieden. „Die Frauen haben sich im geschützten Rahmen unseres Workshops getraut Fragen zu stellen, die teilweise sehr ins Persönliche gehen und die dennoch mit der einen oder anderen Nuance jede Frau, jede Familie betreffen können“.
Einer der Gründe des Erfolgs des Workshops, den die Friedrich-Naumann-Stiftung förderte und den die Frauen von Kolping-Zentral Rheine bei der Bewirtung unterstützten, war wohl auch, dass die erfahrene Gynäkologin Elisabeth Heywinkel ihre profunden Erfahrungen weitergab. Bis zu ihrem Ruhestand hat Heywinkel viele Jahre eine Frauenarztpraxis betrieben und konnte – angefangen bei Geburt, Stillen, Impfungen und Ernährung von Neugeborenen über Pubertät, Verhütung, Schwangerschaft und Wochenbett bis hin zu Sterilisation – jeweils bis ins Detail auf Fragen aus dem Publikum unverzüglich eingehen. Vor allem was die Möglichkeiten der Verhütung angeht und wie teuer Pille, Spirale, Sterilisation und die „Pille danach“ sind, nahmen die Zuhörerinnen interessiert zur Kenntnis.
Auch die Tatsache, dass drei Übersetzerinnen den Migrantinnen jeweils in ihrer Muttersprache die Inhalte weitergaben, mag zum Erfolg beigetragen haben. Spürbar war jedenfalls, dass ein großer Informationsbedarf auf Seiten der Frauen bestand. Anfangs schüchternes Schmunzeln, dann Kopfnicken und auch mal lautes Lachen, waren die Bestätigung, wie sehr die Themen ins Schwarze trafen. Immer wieder richteten Heywinkel und Bögge den Appell an die Frauen, sich im Zweifelsfall kompetent beraten zu lassen und ihr Wissen innerhalb der Familie weiterzugeben, auch an ihre heranwachsenden Töchter. „Es passiert nichts bei einer ärztlichen Untersuchung und Sie brauchen um die Jungfräulichkeit keine Angst zu haben.“
Der nächste Workshop für Frauen zu den Themen Erziehung/Bildung/Rechte ist bereits geplant und wird ebenfalls von erfahrenen Dozentinnen begleitet werden.