Projekte

Projekt “Deutsche Alltags Akademie” 2016 / 2017

Gefördert durch

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

http://www.dbu.de/

In Zusammenarbeit mit

Rotary Club Rheine
https://rheine.rotary.de/

 

Zusammenfassung

Die Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Rheine ergab sich eher spontan, als die Vorjahresteilnehmer „Deutschen Alltags Akademie“ zusätzliche Sprachübungen benötigten. Diese konnten wir im Rahmen unserer Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe anbieten. Daraus entstand die Idee, eine größere feste Gruppe über einen längeren Zeitraum zu betreuen.
Wir haben ein Konzept ausgearbeitet und einen Antrag auf Förderung bei der Deutschen Bundestiftung Umwelt in Osnabrück gestellt.

Mit Unterstützung der Fachstelle für Migration und Integration der Stadt Rheine wurden schnell die Teilnehmer gefunden. Sie sind zwischen 18 und 30 Jahren alt und stammen überwiegend aus Afghanistan, aber auch aus dem Iran, aus Mali und aus Syrien. Alle sind allein reisend und kamen daher ohne ihre Familien zu uns.

Wir wollten mit ihnen die Zeit des Wartens während der Anerkennungsverfahren nutzen. Sie sollten menschlich angemessen angesprochen werden und unsere Gebräuche und Sitten kennenlernen. Weiterhin sollten sie Sprachpraxis und Kontakt zu den Bürgern in Rheine bekommen.
Die unterschiedlichen Veranstaltungen vermittelten Zeitrhythmus, Verbindlichkeit von Terminen und boten ein soziales Umfeld.
Das Konzept zielte auf intensive Besuchstermine, in denen Institutionen und die Personen, die dahinter stehen, vorgestellt wurden.
Immer am Dienstagnachmittag gab es insgesamt 45 Termine, an denen Besuche bei der Stadtverwaltung, der Kläranlage, der Firma apetito, des Wasserwerkes, einer Kirche, des Amtsgerichts, eines Krankenhauses, des TAT und viele andere stattfanden.
Dabei gaben z.B. der Bürgermeister, Geschäftsführer und Vorsitzende von Vereinen einen Einblick in ihr Thema, erklärten ihre Arbeit praxisnah und sprachen über ihren Alltag.

In den begleitenden Sprachübungen, die dreimal wöchentlich durch Ehrenamtliche unseres Vereins vorbereitet und durchgeführt wurden, wurden die Themen vertieft, die Vokabeln gelernt und die Inhalte besprochen.
Hier wurde mit dem „Hamburger ABC“ gearbeitet. Diese Unterlagen erhielt jeder Teilnehmer. Sie bauen aufeinander auf und entsprechen den unterschiedlichen Anforderungen. Auch sind sie in Kleingruppen und zum Selbststudium einsetzbar.

Am Wochenende fand zusätzlich einmal im Monat eine Freizeitveranstaltung oder ein Ausflug statt. Diese stärkten die Gruppenidentität und gaben Gelegenheit, mit den Freunden Deutsch zu sprechen. Außerdem lernten die Teilnehmer die kulturellen Schönheiten und Besonderheiten der Region kennen. Es wurden u.a. das LWL-Museum in Münster, der Markt in Enschede, das Kloster Bentlage und auch die Deutsche Bundestiftung Umwelt in Osnabrück besucht.

Dauer des Projekts
9 Monate

Abschlussbericht als PDF

 

 

Allgemeine Projekte

Sprachliche Förderung
Aktuell werden dienstags und freitags kleinere Gruppen in unserer Kontaktstelle in der Marktstraße 10 unterrichtet. Eine zusätzliche Gruppe ist in Planung. Der Deutschunterricht ist auf die Bedürfnisse der Geflüchteten und nicht an den Bedürfnissen der deutschen Grammatik ausgerichtet.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit hat sich in der Abendrealschule entwickelt: Unser mittlerweile ca. 30-köpfiges Team von freiwilligen Sprachhelfern (Schüler, pensionierte und noch aktive Lehrer u. A.) unterstützt dort aktiv die Teilnehmer der Vorbereitungskurse und stellt viermal wöchentlich eine Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe in der Abendrealschule. Dort sind rund 50 Flüchtlinge angemeldet (Tendenz steigend), von denen ca. die Hälfte von der Abendrealschule kommen. Die andere Hälfte hat durch Mundpropaganda von dem Angebot erfahren. Regelmäßig sind dort an jedem Nachmittag 25 Personen anwesend, die das Angebot wahrnehmen. Sie sind zwischen 10 und 50 Jahren alt, kommen aus 11 Nationen und haben ganz unterschiedliche Voraussetzungen (von der Alphabetisierung bis zum Gymnasiasten).

Durch die große Teilnehmerzahl haben wir ständig Bedarf an Unterrichts- und Übungsmaterialien.

Unterrichtet/geübt wird mit dem “Berliner Platz” und überwiegend mit dem “Hamburger ABC”, für das ständig Bedarf an Arbeitsheften für die Teilnehmer besteht. Hierfür werden z. Zt. viele Spenden verwendet.

Auch die Integrationsklassen der Overbergschule und der Sekundarschule in Mesum sowie das Emsland-Gymnasium und die Kaufmännischen Schulen werden von unseren freiwilligen Sprachhelfern unterstützt.

Begleitung der Flüchtlinge
Ob zum Einkaufen, zur Behörde, zum Arzt oder zu einem möglichen Arbeitgeber, häufig
bitten uns die Geflüchteten, sie zu begleiten. Oft geht es darum, dass sie jemanden dabei haben möchten, dem sie vertrauen oder der einfach ihrer Sprache mächtig ist, wenn das Deutsch noch nicht ausreicht. Dies ist praktische Lebenshilfe, die inzwischen auch von vielen anerkannten Asylbewerbern in Anspruch genommen wird.

Begleitung der angemessenen Unterbringung
Wir setzen uns für die dezentrale Unterbringung der Geflüchteten in menschenwürdigen Unterkünften ein und – wo immer notwendig – werden wir an deren Verbesserungen mitarbeiten. Auch bei der Wohnungssuche leisten wir Hilfestellung für die Geflüchteten.

Integration in das Arbeitsleben
Neben der sprachlichen Förderung ist dies ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit. Zwar sind die Gesetze zur Integration von Geflüchteten erleichtert worden, aber in der Praxis scheitert es oft aus unterschiedlichsten Gründen. Daher begleiten wir Hilfesuchende auch in diesem Bereich. Eine Ausbildung oder eine Arbeitserfahrung ist für die Integration sehr wichtig.

Sachspenden
Manchmal reicht das staatliche System der Hilfen nicht aus oder bei den zuständigen Stellen sind die benötigten Dinge gerade nicht vorhanden. Möbel oder Kleidung werden bei Bedarf von uns unbürokratisch und schnell vermittelt.

            Fahrrad

Willkommenskultur
Im Mittelpunkt steht der Mensch. Durch unterschiedlichste Aktivitäten (z.B. auch mal Ausflüge oder ein Fest) bleiben wir im ständigen Kontakt mit den von uns betreuten Geflüchteten.